Die Gestalttherapie entwickelte sich als eigenständige tiefenpsychologisch orientierte Schule, die in sich vielfältige Strömungen vereinigt. Der Mensch wird als Einheit von Geist, Seele und Leib betrachtet, die sich in einem beständig fließenden Prozess von Aktivität und Austausch mit der Umwelt befindet.

Durch seine gesamten bisherigen Lebenserfahrungen hat jeder Mensch seine persönlichen Muster entwickelt, sich und die Welt wahrzunehmen, zu fühlen, sich zu verhalten, sich auszudrücken und das eigene Leben zu gestalten. Nicht immer jedoch reichen die entwickelten Muster aus oder sind sogar hinderlich, um in der gegenwärtigen Lebenssituation sinnerfüllt und zufrieden leben zu können. Im Kontakt mit der Umwelt können dann Störungen entstehen.

Gestalttherapie versucht, diese Kontaktstörungen und Blockaden im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Verhalten erlebbar und bewußt zu machen. Der Therapeut hat die Aufgabe, den Klienten in diesem Prozeß zu unterstützen. Als Methoden werden neben Gesprächen, Wahrnehmungs- und Körperübungen, Rollenspielen und Traumarbeit auch kreative Medien eingesetzt. Es wird versucht, den Entstehungshintergrund einer Störung mit dem Problem, das im Vordergrund steht, zu verbinden.

Dadurch kann die eigene Geschichte verstanden und gewürdigt werden.

Mit Hilfe von gestalttherapeutischen Methoden kann ein Weg eröffnet werden, sich von hinderlichen Mustern zu verabschieden und sich mit inneren Widersprüchen auszusöhnen. Es geht aber auch darum, individuell vorhandene Fähigkeiten weiterzuentwickeln und neue Talente zu entdecken. So werden die in jedem Menschen angelegten Selbstheilungspotentiale reaktiviert.

Gestalttherapie eignet sich für Erwachsene, Paare, Familien und Gruppen. Es gibt zusätzlich eine gestalttherapeutisch orientierte Kindertherapie.

Der gestalttherapeutische Ansatz ist für die Begleitung in belastenden Lebenssituationen ebenso geeignet wie für die Behandlungen der verschiedenen psychischen Störungen. Durch die Orientierung am Kontakt und die methodische Vielfalt kann Gestalttherapie bei Neurosen, bei Charakterstörungen und bei psychotischen Entwicklungen angewendet werden.

Siehe hierzu auch die Verweise zu den Internetseiten der Gestaltinstitute bzw. Gestaltvereinigungen: DVG und GENI.

Als Einführung in die Gestalttherapie empfehle ich das kleine Buch von Bruno-Paul De Roek, „Gras unter meinen Füßen“

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